Peking ist die sympathischte Stadt unserer Tour! Nicht nur das endlich freundliche Temperaturen tagsüber und abends herrschten. Die Stadt machte von Anfang an einen ganz anderen Eindruck als wir es bisher aus Russland und der Mongolei gewohnt waren. Alle Menschen die wir getroffen haben waren freundlich und wirklich liebenswürdig.

Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hostel im Taxi wunderten wir uns direkt über den ‘geordneten’ Verkehr. Aus Ulan Bator waren wir da ja noch ganz anderes gewohnt und ich hatte in einer so riesigen Stadt wie Peking schon schlimmstes befürchtet. Aber auf den Strassen läuft der Verkehr ruhig und geordnet. Es gibt sogar extra Spuren für Fahrräder und allerlei weitere 2 und 3 rädrige Fahrzeuge. Diese fahren, ganz anders als in meinen Vorstellung, nicht mit stinkenden Zweitaktern sondern größtenteils mit Elektromotoren. Leider hat das dann auch den Nachteil das man als Fußgänger die Teile fast gar nicht hört.

Peking hat soviel zu bieten das wahrscheinlich die kompletten 4 Wochen nicht gereicht hätten um alles zu sehen. Besonders gut haben mir die ganzen Parks und überhaupt die Lebenskultur der Chinesen gefallen. Überall gibt es große und kleinere Parks die für einen kleinen Obolus Ruhe von der Großstadt bieten. Diese Parks bieten meist viele Sehenswürdigkeiten mit alten Pavillons etc. und sind immer super gepflegt. Die Chinesen nutzen diese Parks ausgiebig. So begegnen einem fast überall Personen die TaiChi oder ähnliches dort machen. Auch begegnen einem überall in der Stadt Gruppen die sich zum Tanzen oder musizieren treffen. Auch Männer beim Drachen steigen kann man beobachten oder Personen welche die vergänglichen Kunst des schreibens Chinesische Kalligraphie mit Wasser betreiben. Oft hört man chinesische Klänge aus irgendeinem Winkel. Das fand ich doch alles doch sehr beeindruckend.

Einer der bekannteste Parks ist sicherlich das Gelände rund um den Sommerpalast. Leider haben wir diesen nur bei sehr diesigem Wetter erleben können. Trotz Dunst war es schon beeindruckend, aber bei Sonne ist es sicherlich atemberaubend. Leider war aber auch dieses Gelände regelrecht überrannt mit chinesischen Reisegruppe die fast immer von einem Führer mit schräbbelnden Mikrofon begleitet wurden. Das nervte doch oft sehr.

Ganz in der Nähe von unserer Unterkunft lagen der Kohlenhügel (Jingshan) und der Beihai-Park weshalb wir diese öfters besuchten. Der Kohlenhügel bietet einen super Überblick über die Verbotene Stadt und ganz Peking. Tagsüber und Nachts hat man hier einen wirklich grandiosen Blick. Der Beihai-Park bietet allerlei historische Bauwerke und somit viele Fotomotive. Oberhalb vom Park liegt der Houhai-See der ganz im Gegenteil zur Ruhe des Beihai-Parks hunderte Lokale und Restaurants bietet. Meist alle gemütlich und mit Live-Musik. Auch der kleine Retan Park war sehenswert. Hier kommen kaum Touristen vorbei, dafür umso mehr Chinesen. Interessant war eine Gruppen die ihren Drachen hier hat steigen lassen. So hoch das man diesen nur noch als winzigen Punkt am Himmel wahrnehmen konnte.

Was ich übrigens nicht gedacht hätte: Die Chinesen machen in Peking Urlaub. Gefühlt sogar alle gleichzeitig. Vielleicht lag es an irgendwelchen Feierlichkeiten aber Tausende Chinesische Reisegruppen waren in der Stadt. Ausländische Touristen vielen hier kaum auf. Am auffälligsten war dies natürlich besonders auf dem Platz des Himmliches Friedens. Reisegruppen, alle mit Mützen farblich gekennzeichnet, nutzen jede Möglichkeit für ein Foto vor dem Tor und wurden von den quäkenden Mikrofonen der Reiseführer an die richtige Stelle geleitet. Im Sekundentakt ging es dann Richtung Verbotenen Stadt. Deshalb haben wir übrigens eins bzw. die ‘MUST-SEEN’-Sehenswürdigkeiten in Peking ausgelassen: Die Verbotene Stadt haben wir nicht besichtigt. Ich weiß ein riesen Faupax, aber es war schon auf dem Platz extrem voll mit den chinesischen Reisegruppen. Innen wäre man sicherlich kaum vom Fleck gekommen. Weiter wäre es sicherlich falsch in nur wenigen Stunden hier durch zueilen. Ich bin mir sicher, das letzte Mal waren wir bestimmt nicht in Peking.

Auch den Olympia-Park haben wir besichtigt. Die Olympiade in Peking ist mir noch in guter Erinnerung weshalb ich das ‘Vogelnest‘ mal sehen wollte. Leider ist das ganze Olympia Gelände ein Riesen Souvenir-Stand und Fressmeile. Was anderes ist den Chinesen leider nicht für diese tolle Gelände eingefallen. Es benötigt auch etwas Sucherei Ob und Wie man das Stadion von Innen besichtigen kann. Es gibt zwar viele Plakate aber leider steht nirgends wo der Eingang ist. Nach viel Sucherei sind wir an Karten gekommen und haben auch den Eingang gefunden. Auch von Innen ist das ‘Vogelnest’ eine tolle Konstruktion. Ich hatte Gehört, dass das Stadion nicht mehr wirklich gepflegt wird weil es kaum noch genutzt wird. Zum Glück ist dem nicht so und der Zustand ist gut und es wurde sogar frisch gepinselt. Lustig ist aber das überall noch die Aufkleber und Fahnen von ‘Beijing 2008′ hängen. Spannend war übrigens die Möglichkeit auch das Stadion-Dach zu besteigen. Von dort hat man eine Prima Überblick über das Gelände.

Natürlich waren wir auch im großen Eisenbahnmuseum im Nordosten der Stadt und haben auch einige Zeit in der Nähe der Bahnhöfe verbracht. Grade der moderne Südbahnhof mit seinem spiegelblanken Böden ist doch sehr spannend. Leicht machen es die Chinesen Eisenbahnfreunden leider nicht. Die Strecken sind oft eingezäunt und auf die Bahnsteige kommt man nur mit Fahrkarten kurz vor Abfahrt des Zuges. Deshalb und weil wir immer noch nicht genug vom Bahnfahren hatten sind wir einmal auf der Schnellfahrstrecke von Peking nach Tianjin gefahren. Ein Bericht dazu folgt auch noch hier.

Unser Hostel befand sich in einem der Hutongs zentral in Peking. Grade diese Hutongs fand ich super spannend. Die Wege durch die Bebauung hatte zwar teilweise Charakter eines Labyrinths. Aber hinter jeder Ecke gab es einen neuen Spannenden Markt, irgendwelche kleine Garküchen, Werkstätten, Wohngelände oder einfach Geschäfte. Diese Geschäfte boten auf teils winziger Fläche alles Möglich an. Vom Klamottenladen bis zum Modellbahn-Laden. Alles da. Überraschender Weise war die Fussgängerzone zu unserem Hostel anscheinen derzeit eines der IN-Gegenden in Peking. Tausende junge Chinesen schiebten sich durch diese enge Gasse. Vorbei an Bubble-Tee und allerlei Krimskrams Läden. Wirklich interessant anzusehen was dort so alles angeboten wird, aber leider doch sehr voll. Auch fühlte man sich doch immer von hunderten Augen beobachtet das wir einer der wenigen Nicht-Asiaten in dieser Gasse waren.

Sehr spannend fand ich Peking auch Abends und bei Nacht. Dazu werde ich aber noch in einem gesonderten Blog-Post hier etwas schreiben und ein paar Fotos posten. Insgesamt haben wird einiges Gesehen, aber trotzdem waren unseren 6 Tagen in Peking mal wieder gefühlt viel zu wenig.