Nach Moskau ist Irkutsk natürlich total anders. Die ersten Erlebnisse hatte wir schon direkt nach unsere Ankunft am Bahnhof. Eigentlich hatten wir vor mit der Tram zu unserem Hotel zu fahren. Dies liegt direkt an der Endhaltestelle der Linie 1 und wäre so eigentlich kam zu verfehlen gewesen. Leider war nirgendwo auf dem ‘Bahnhofsvorplatz’ zu erkennen wann, welche Linie, wohin fährt und wieviel das eigentlich kosten würde und wie es zu bezahlen ist. Nach 15 Minuten vergeblichen Warten auf eine Tram haben wir uns dann entschieden mit dem Taxi zu fahren. Also hin zur nächsten Droschke und dem Fahrer unserer Zettel mit der kyrillischen Anschrift des Hotels unter die Nase gehalten. Damit begann eine größere Diskussion zwischen mehreren Taxifahrern wo dieses Hotel wohl liegen könnte. Inzwischen bin ich mir sicher, dass dies nur eine Show war um uns noch einige Rubel mehr aus der Tasche zu ziehen.

Die Fahrt ging im schnellen Tempo über unterschiedliche Straßenseiten in Richtung Hotel. Fast hätte der Taxifahrer sein Fahrzeug in einem der, sagen wir mal Gräben, der Strassenbahnschienen versenkt. Vor unserem Hotel angekommen war ich froh das Robet kyrillisch lesen kann. Ich wäre sicherlich 10 mal dran vorbeigelaufen. Wegen dem Schild und auch wegen der Umgebung.

Erster Tag in Irkutsk
Unseren ersten Tag haben wir genutzt um Irkutsk überhaupt kennen zu lernen. Laut Reiseführer wird es auch das Paris Sibiriens genannt. Gut ich war noch nie in Paris, aber man muss hier wohl eigene Abstriche machen ;). Grundsätzlich ist Irkutsk aber wirklich schön. Überall stehen kleine, mit Holzarbeiten verzierte, Holzhäuser. Leider dazwischen auch einiges an Bausünden.

Der Verkehr in Irkutsk an sich ist wirklich erwähnenswert. Die Fahrt mit der Tram kostet stolze 12 Rubel. Das sind umgerechnet ca. 20 Cent. Dafür fährt die Tram aber auch mit uralten Fahrzeugmaterial auf noch älterem Oberbau. Man wundert sich das es nicht täglich zu Entgleisungen kommen. Verkehrsmittelpunkt ist der Markt. Hier treffen die Straßenbahnen nicht nur auf Markt Besucher & Betreiber (samt Karren) sondern auch auf viel Straßenverkehr und Kleinbusse. Diese Kleinbusse sind das Rückrad des ÖPNV in Irkutsk. Auf einer undurchschaubaren Menge an Linien fahren Hunderte dieser Sprinter, VANs und Kurzbusse in dichtem Takt durch die Stadt. Ebenfalls für 12 Rubel. Weiter gibt es noch ein Netz an O-Bus und ‘richtigen’ Buslinien. Ebenfalls ohne erkennbare Linienstruktur und ohne irgendwelche Fahrpläne. Der Russe scheint an Fahrpläne nicht recht zu Glauben. Der Straßenverkehr besteht aus meist moderen Autos bzw. SUVs aller Marken. Als Fussgänger verwirrend ist dabei nur das hier buntgemischt Links- und Rechtslenker fahren.

Unsere Sightseeing Tour führt uns quer durch die Stadt, zur Angara, natürlich zum Bahnhof und zum Angara Staudamm. Dieser staut die Angara, den einzigen Abfluss des Baikalsees, um Strom zu erzeugen. Direkt hier ist auch eines der Schiffe als Museum Stationiert, das damals mit Bau der Transsib aus England gekauft wurde. Der See trennte damals noch die Strecke in Richtung Wladiwostock. Für unsere nächsten Touren in Richtung Baikalsee konnten wir uns auch einen Überblick machen wo z.b. der Hafen für die Raketen-Boote nach Listvjanka ist, bzw. besser gesagt wo er überall nicht ist. Auch den Busbahnhof für die Kleinbusse in diese Richtung konnte wir mit etwas suchen ausmachen.

Anbei einige Bilder die in den Tagen in Irkutsk entstanden sind.