Feuer und Flamme an Ostern

Ostern bedeutet auch Osterfeuer. Das ist eigentlich ein so fester Termin an Ostern wie der Familienbesuch, die Ostereiersuche und zu viel gutes Essen.

Wenn ein Osterfeuer in der Nähe ist, ist es ganz klar, dass man dort auch hingeht. Man trifft ein paar Leute und irgendwann steht man mit kalten Füßen und kaltem Bier, aber warmem Gesicht vor dem Feuer der wegbrennenden Weihnachtsbäume.

Osterfeuer im Sauerland

Ich muss zugeben, dass ich es in letzter Zeit doch sehr unregelmäßig zu Osterfeuern geschafft habe. Entweder war ich ‚auf Kurztrip‚ oder es war einfach gerade kein bekanntes in der Nähe. Dieses Jahr passte es aber mal wieder, als ich in der alten Heimat war. Ein Dorf weiter wurde auf einem Acker ein Haufen alter Weihnachtsbäume aufgeschichtet. Die lokale Freiwillige Feuerwehr sorgte für Bratwürstchen, Bier und die Brandwache. „Die Üblichen“ aus dem Ort standen um das Feuer und sorgten dafür, dass der Bier- und Wurstbestand stetig dezimiert wurde. Die Kinder hatten ihre Freude rund um das Feuer und schmissen weiteres Holz hinein – während einige Eltern nervös schauten, dass auch nichts passiert. Ein paar Feuerwehrmänner mussten Cola trinken und dafür sorgen, dass alles sicher abbrennt. Irgendwann ist das Feuer dann heruntergebrannt, aber man sitzt noch lange zusammen.

Osterfeuer

Der eigentliche Hintergrund des Osterfeuers ist ja uralt. Früher sollte das Feuer den Winter vertreiben und den Frühling begrüßen, später kam der christliche Gedanke dazu: Licht als Symbol für neues Leben und Hoffnung. Heute denkt da kaum noch jemand drüber nach. Es ist eine sehr gute Chance die Grünabfälle des Winters los zu werden und natürlich reichlich Bier zu trinken. Mit Sammeln des Holzes, Aufschichten des Haufens, Aufbau und Ausprobieren des Bierstandes und später Abbau des ganzen kann so ein Osterfeuer auch mal weit über eine Woche gehen. 🙂

Osterfeuer auf der Insel Borkum

Beim Durchschauen der Bilder ist mir aufgefallen, dass mein letztes Osterfeuer 2024 auf der Nordseeinsel Borkum war. Auch dort hatte ich die Kamera dabei und habe viele Bilder gemacht. Diese habe ich aber nie veröffentlicht, was ich jetzt nachholen will. Und natürlich ist auf Borkum einiges anders:

Das Osterfeuer am Großen Kaap, direkt neben dem Knappschaft-Klinik, ist ein echtes Highlight auf der Insel. Schon nach Neujahr wird damit angefangen, Weihnachtsbäume und Holz zu sammeln. Am Karfreitag wird dann mit vier dicken Stönern im Sand ein hoher Turm aufgeschichtet – schön stabil, damit nichts umkippt. Das Ganze wird ab dann natürlich Tag und Nacht bewacht, Tradition ist schließlich Tradition. Oben auf dem Turm thront eine Stoffpuppe namens Tom Dooley.

Tom Dooley war ein vermeintlicher Frauenmörder aus den amerikanischen Südstaaten und wurde einer Folk-Ballade nach 1868 hingerichtet. Ob die Geschichte so stimmt, ist bis heute nicht ganz klar. Auf Borkum muss er trotzdem jedes Jahr zu Ostern „dran glauben“.

Am Ostersamstag, wenn es dämmrig wird, strömen die Besucher zum Kaap und Tom Dooley wird samt dem Turm angezündet: Die Flammen schlagen hoch, die Leute sitzen gemütlich in den Dünen, es gibt Bier, Bratwurst und Sanddorn, der Wind pfeift – echtes Insel-Feeling zu Ostern.

„Burn the Fox“ in Lüdenscheid

In meiner alten Heimat Lüdenscheid ist das Osterfeuer seit einigen Jahren übrigens zu einem richtigen Festival geworden. „Burn the Fox“ heißt das Spektakel dort, und jeden Ostersamstag wird zusammen mit ca. 8.000 Besuchern ein riesiger, aus Holz gebauter Fuchs mit viel Action, Musik, Feuerwerk und vielem mehr abgebrannt.

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