Ich habe nun auch einen Podcast!
Seit Mitte Januar ist mein Podcast „Bilder und Geschichten“ online und überall abbonnierbar. Nun gibt es jede Woche Mittwoch eine neue, ca. 15 Minuten lange Folge, in der ich mit einem Gast ein Bild bespreche.
Ein, wie ich denke, schöne Idee für einen Foto-Podcast und ein tragbares Konzept für einen hoffentlich langfristigen und erfolgreichen Podcast.

Warum mache ich denn nun auch noch einen Podcast?
Eigentlich hat mich das Thema Podcasting schon lange interessiert. Ich höre einfach selbst sehr gerne Podcasts und halte es für ein super praktisches Format. Man kann Podcasts einfach überall hören: beim Einkaufen, beim Bahnfahren, beim Putzen der Wohnung, beim Sport machen…. So war ich auch im letzten Jahr beim Podcamp Düsseldorf und habe mich dort schlau gemacht. Ein Zeichen, mit dem Podcaster zu starten, war auch, dass ich beim Barcamp Bonn einige Wochen später sogar ein Buch zum Thema Podcasting gewonnen habe. Ich bin also schon eine ganze Weile „schwanger“ mit der Idee, einen eigenen Podcast zu starten, und ich habe immer mal wieder an dem Projekt gebastelt. Ein Konzept und einiges an Software, die halbfertig konfiguriert war, lagen nun gut 5 Monate in meiner Datenhalde. Als einer meiner Neujahrsvorsätze war es jetzt Zeit, das Thema entweder voranzubringen oder ganz zu vergessen.
Podcasttechnik aber keine Fototechnik
Ein großer Treiber war dabei gar nicht das Reden selbst, sondern die Technik. Podcasting lässt sich immer noch komplett unabhängig umsetzen: ohne große Plattformen, ohne Konzerne (kein Spotify oder Meta), „selbstgebaut“, offen und nachvollziehbar. Genau das reizte mich, sowas mal zu bauen. Sicherlich wäre es viel einfacher, den Podcast über Spotify-Tools oder andere zu erstellen, aber dies wollte ich nicht. Ist Spotify für Podcasts doch dasselbe schwarze Loch wie Instagram für Bilder: Es wird alles vereinnahmt und ist irgendwann nur noch in dem System verfügbar und nicht mehr aus dem Internet.
DI.DAY: Solltet ihr Podcasts über Spotify hören bitte nutzt den nächsten „Digital Independece Day“ an einem ersten Sonntag im Monat doch, um auf einen freie Podcatcher-App umzusteigen. Diese Apps sind frei und bieten euch meist viel mehr Funktionen. https://di.day

Ein zweiter Treiber war eher inhaltlich. Mich nervt in vielen Fotopodcasts das ständige Gerede über Kameratechnik. Neue Kameras, neue Sensoren, mehr Megapixel, KI-Helferlein, Foto-Rezepte und andere magische Funktionen. Dazu Kamera-Marken, die inzwischen wie eigene Religionen verfolgt werden. Glaubt man dem, sind Foto-Reportagen nur mit Kameras mit rotem Punkt und Straßenfotografie nur mit teuren Kompaktkameras mit Festbrennweite möglich. Gefühlt wird viel darüber gesprochen, wie man theoretisch gute Bilder machen könnte – aber kaum über die Bilder selbst. Über das Sehen, das Machen, das Fotografieren.
Im „Virtuellen Bilderabend“ versuche ich ja länger, das „Bilder zeigen“ in den Vordergrund zu rücken. Mein Podcast „Bilder und Geschichten“ ist jetzt die nächste Ergänzung – denn ihr wisst: #weilBilderGezeigtWerdenWollen
Fotos und Podcast – passt das überhaupt?
Eigentlich ja nur eher suboptimal: Podcasts sind ein Audio-Format und man kann halt nix sehen! Ja und einige Podcasts besprechen schon Bilder in ihren Formaten – leider meist nicht gut. Zumindest hat es mich immer geärgert wenn ich dann doch meine Tätigkeit unterbrechen musste, um mein Handy herauszuholen, um mir das Bild erstmal anzuschauen.
Weiter bietet ein Podcast aber die prima Möglichkeit, Dinge zu beschreiben, Gefühle rüber zu bringen und die Phantasie anzuregende und so eine Geschichte erlebbar zu machen.
In meinem Podcast wird das Bild deshalb so genau wie möglich beschrieben, damit man es sich auch ohne Display vorstellen kann. Es geht aber dann nicht nur darum, was zu sehen ist, sondern dann im Weiteren auch um Stimmung, Details und die Geschichte hinter dem Foto. So entsteht hoffentlich bei den Hörer:innen im Kopf ein eigenes Bild – auch ohne Bildschirm.
Gleichzeitig nutze ich ganz bewusst aber auch Technik. Kapitelbilder können in guten, freien Podcatchern angezeigt werden, sodass das besprochene Foto direkt zur passenden Stelle sichtbar ist. In den Shownotes taucht das Bild ebenfalls auf, ergänzt um Links und weiterführende Infos. Auf der Webseite gibt es das Foto zum Zugriff in großer Auflösung und mit allen EXIF-Daten. Ein Transkript bietet auch die Möglichkeit, zum Nachlesen und bietet auch die Möglichkeit im Podcast zu suchen.
Diese Features funktionieren bei Plattformen wie Spotify oder ähnlichen Diensten nur eingeschränkt oder gar nicht. Dort bleibt oft nur eine Audiodatei mit Titel und Beschreibung – ohne die Möglichkeiten, Inhalte visuell und strukturiert zu ergänzen. Noch ein Grund zum Umsteigen.
Hört mal rein
Hört doch bitte mal in meinen Podcast rein und abboniert ihn in eurer Podcatcher-App. Ich würde mich sehr über Feedback freuen.
Ihr findet den Podcast bei allen großen Plattformen (ja, auch bei Spotify – aber ihr wisst ja, was ihr zu tun habt am Sonntag). Alle Infos und einen Webplayer findet Ihr unter bilderzeigen.de/podcast
Die Technik dahinter
Achtung: Hier wird es jetzt technisch, was vermutlich nicht für jeden hier interessant ist. Möchtest du z.B. Gast im Podcast sein, ist alles viel viel einfacher. Schau dazu einfach HIER.
Ein Vorbild für die Umsetzung ist für mich Tim Pritlove von der Metaebene. Ich höre seine Podcasts wie z.B. Logbuch Netzpolitik, UKW oder die Freakshow seit Jahren und habe dadurch auch viel von seinem Produktionsansatz mitbekommen. Das war das Vorbild für meine technische Umsetzung:
Ultraschall (Reaper) + StudioLink + Auphonic + Podlove-WordPress-Plugin.
Keine Plattformbindung, alles unter eigener Kontrolle.
Ultraschall für Aufnahme und Schnitt – StudioLink für die Gäste

Ultraschall ist kein eigenes Programm, sondern ein sehr mächtiges Podcast-Framework für die Audiosoftware Reaper. Es bringt genau das mit, was man fürs Podcasting braucht: Spuren für Sprecher:innen, Marker, Kapitelmarken, Loudness-Messung und viele sinnvolle Voreinstellungen.
Ich mag daran vor allem:
- Mehrspuraufnahmen
- einfache Kapitelmarken während oder nach der Aufnahme. Das Setzen klappt auch prima mit dem StreamDeck
- volle Kontrolle über Schnitt und Timing mit guten Shortcuts
- Remoteaufnahme über Studiolink
- Ultraschall und StudioLink werden in Deutschland entwickelt
Reaper selbst ist dabei stabil und läuft bei mir prima auf macOS. Leider ist nur die Bedienung nicht unbedingt total selbsterklärend und verständlich.
Auphonic für den guten Ton

Nach dem Schnitt geht die Folge zu Auphonic. Dies ist der einzige fremde Dienst, den ich nutzen kann und der etwas Geld kostet. Hätte ich mehr Ahnung von Ton und von Reaper, könnte ich vermutlich auch hiermit vieles am Ton selbst retten, aber es ist halt schön einfach, die Spuren nach Auphonic hochzuladen und dann automatisch ein sehr gutes Tonergebnis, sowie Translript und Audiogramm heraus zubekommen. Auphonic kann auch schwierige Tonaufnahmen noch halbwegs retten.
Auphonic übernimmt alles, was mit Lautheit, Pegeln und Klangbalance zu tun hat. Automatisch, reproduzierbar und zuverlässig.
Konkret macht Auphonic für mich:
- Lautheitsanpassung nach Podcast-Standard
- leichte Kompression und Normalisierung
- Entfernen von „Stille„
- Setzen der Grafiken und Kapitelbilder
- Export in die benötigten Audioformate und Video-Audiogramm
- Und über Whisper die notwendige Transkription
- alles direkt passend für den Export nach Podlove (siehe nächsten Punkt)
- und der Dienst kommt aus Österreich.
Das spart mit enorm Zeit und sorgt dafür, dass alle Folgen gut klingen.
Podlove WordPress Plugin

Veröffentlicht wird der Podcast auf meinem Webspace, wo auch der Blog hier liegt. Hierzu nutze ich das Podlove Podcast Publisher Plugin in WordPress.
Podlove kümmert sich um:
- den RSS-Feed für den Podcast zu erstellen
- Episodenverwaltung direkt in WordPress
- einen sehr guten Web-Player
- Darstellung der Kapitelmarken, der sprecherbasiertem Shownotes und Metadaten im Feed und Webplayer
- Ein ‚Abbonieren-Button ‚der vor allem die ganzen freien Podcatcher kennt.
- volle Feed-Kompatibilität
- Gute Verwaltung der Episoden-Dateien auf Webspace und anderen Orten
- Prima Workflow
Aktuell liegen meine Audiodaten zur Episode auch auf meinem Webspace. Sollte der Podcast doch bekannter werden als gedacht, wird das vermutlich irgendwann mal der Flaschenhals werden. Aber dann könnte ich diese Daten auch einfach auf einen performanteren Hoster umziehen. Die Feed-URL liegt bei mir und ändert sich nie – nur der Ort der Daten.
So bin ich und ihr als Hörer:innen unabhängig von Spotify, Meta & Co. Wer möchte, kann den Podcast überall über meinen RSS-Feed abonnieren und die Podcast-Episode von meinem Webspace laden. Oder einfach direkt auf dem Blog hören.
Zuhören, Abonnieren und Gast werden
Ich hoffe, euch gefällt der Podcast. Abonniert ihn gern in einem freien Podcatcher und hört euch die ersten Episoden an. Jeden Mittwoch erscheint eine neue Folge. Ich wünsche euch viel Spaß beim Zuhören.
Über Feedback, Gedanken und Anmerkungen freue ich mich sehr – nur so kann sich der Podcast weiterentwickeln und besser werden.
Bis hierhin hat mir das Podcasting schon sehr viel Spaß gemacht. Mit eurem Feedback und hoffentlich in Zukunft vielen spannenden Bildern und tollen Gästen wird das sicher so bleiben und zu einem richtig schönen Projekt wachsen.
Danke euch!





2 Kommentare zu “Mein Podcast-Projekt ‚Bilder und Geschichten‘”
Oh, da hör ich doch gerne mal rein. Leider findet Castro den Titel nicht. Aber mit der URL hat das Abonnieren funktioniert. Grüße
Vielen Dank für den spannenden Einblick in dein neues Podcast-Projekt, das die Verbindung von Bild und Erzählung auf so persönliche Weise beleuchtet. Als Fotograf finde ich es faszinierend, wie du den Geschichten hinter den Aufnahmen eine Stimme gibst und damit die emotionale Tiefe deiner Bilder unterstreichst. Ich wünsche dir viel Erfolg bei diesem kreativen Vorhaben und freue mich auf viele inspirierende Episoden.